Pfarrkirche

Geschichte der Kirche

Das „Barocke Gotteshaus“, das der Gottesmutter Maria geweiht ist, verbindet eine 300-jährige Kirchengeschichte. Bereits von weitem ragt dominant im Zentrum des Eslarner Ortskern der markante Zwiebelturm sozusagen als heimisches Wahrzeichen aus der Talsenke empor. Die neue Eslarner Pfarrkirche war zwar im Jahre 1685 vollendet, aber es dauerte noch geraume Zeit, bis sie mit allen vorgesehenen Einrichtungen ausgestattet war. Um das Jahr 1700 erhielt die Kirche einen Hochaltar.

Die ursprüngliche Kirche hatte durch Brände so sehr gelitten, dass es im Jahre 1682 zu einem Neubau kam. Im Jahre 1754 wurde eine Orgel angeschafft und einige Zeit darauf eine neue Kanzel. Orgel und Kanzel sind von Amberger Meistern geschaffen worden. Die Bildhauerarbeiten stammen von Peter Hirsch, die Schreinerarbeiten von Peter Pacher. Orgel und Kanzel blieben längere Zeit im Rohzustand. Geldmangel gestattete keine weitere Ausstattung mit Kunstwerken. Erst im Jahre 1775 erhielt der Amberger Kunstmaler Johann Wild den Auftrag, Orgel und Kanzel zu fassen (bemalen).

1831 und 1895 wurde der Markt Eslarn erneut von einer ausgedehnten Feuersbrunst heimgesucht, von der auch die Pfarrkirche schwer getroffen wurde. Durch das große Brandunglück am 01.07.1895 wurde der Altar zerstört, so dass Pfarrprovisor Johann Bauer noch im Jahre 1895 einen Plan für einen Hochaltar erstellen ließ. Dieser stammte von dem Regensburger Domvikar Johann Dengler. 1896 wurde der neue Altar in der Kirche aufgestellt.

Das Orgelwerk selbst wurde wiederholt erneuert und geändert, so im jähre 1900 und auf Betreiben des musikalischen Benefiziaten Karl Sagstätter im Jahre 1934. Im Zuge der im Jahre 1967 erfolgten Renovierung der Pfarrkirche hat man den Dengler-Altar beseitigt. Ein neuer freistehender Altarstein wurde in die Mitte des Presbyteriums gerückt. Beeindruckend ist der an der Stirnseite des Presbyteriums reich vergoldete Akanthusalter, der auf die Betrachter in der Rom einer Baummonstranz wirkt, und die vom Eindruck her leicht gestaltete Kanzel, sowie die herrlichen Seitenaltäre. Der Altar gilt als eine phantasievolle Verschmelzung von Baum und Monstranz wohl als originellstes Exemplar eines Großranken-Akanthusaltars. Nach den letzten Renovierungen in den Jahren 1967 und 1993 erstrahlte die Kirche wiederum in den freundlichen Farben weiß und gelb und verstärkt damit die Wirkung des durch die Rundbogenfenster einfallenden Tageslichtes. Im schmäleren, emporelosen Chor nimmt die Lichtfülle zu und betont den Altarraum. die barocke Innenausstattung des Sakralbaus kommt nunmehr besser und angenehmer zur Wirkung. Am 12.11.1967 kam hochwürdiger Bischof Dr. Rudolf Graber nach Eslarn um die feierlichen Konsekration (Weihe) des neuen Marmoraltares vorzunehmen. Die Pfarrgemeinde Eslarn spendete für die Innenrenovierung 105.000 DM.

Die Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene Madonna ziert den Chorbogen zwischen Kirchenschiff und Altarraum. Die bislang in einer Seitennische aufgestellten Zunftstangen, die auf die verschiedenen aus dem Jahr 1722 stammen, begrenzen nunmehr die Bankreihen zum Mittelgang und rückten damit mehr in das Blickfeld der Kirchenbesucher. Seit drei Jahrhunderten lädt das herrliche Gotteshaus mit all seinen Schätzen nun die Pfarrgemeinde zum Gottesdienst oder zum stillen Gebet ein.

Ein imposantes Bild stellte unsere Pfarrkirche dar, als sie komplett bis zur Kupferkuppel des Kirchturmes eingerüstet war. Die Außenrenovierung unserer Pfarrkirche im Jahre 1969 fand statt. Fast ein ganzes Jahr dauerte das Abschlagen des Putzes und das Anbringen des neuen rotweißen Verputzes.

Sogar die Besatzung eines Hubschraubers aus München hat mitgeholfen, dass das Kirchturmkreuz, das weit hinausreichtet in das Land, wieder an der richtigen Stelle befestigt werden konnte.

1988 fand wiederum eine vollständige Außenrenovierung der Pfarrkirche statt. Der Dachstuhl war morsch und musste deshalb neu gemacht werden. Mit grossen Zeltplanen von der Bundeswehr Oberviechtach wurde das Kirchenschiff abgedeckt.

Bereits 1991 und 1992 machte man sich Gedanken über die zweite grosse Innenrenovierung, die 1993 durchgezogen wurde.

Warum all dieser mächtige Aufwand für eine Kirche?

Betrachten wir uns einmal unsere Pfarrkirche. Sie ist nicht nur Aushängeschild unsers Marktes und unserer Pfarrei, sondern sie ist das entscheidende Haus für jeden gläubigen Christen. Hier in unserer Pfarrkirche wird das heilige Sakrament der Taufe gespendet, unsere Kinder werden zu Brüdern und Schwestern Jesu Christi. Hier in unserer Pfarrkirche erleben die Kinder zum erstenmal das Sakrament der Sündenvergebung, die heilige Beichte. Hier in unserer Pfarrkirche empfangen sie das Brot des Lebens, die heilige Kommunion.

Unsere Vorfahren haben fast ein ganzes Jahrhundert gebraucht. 1685 war die Grundsteinlegung. Ungefähr 1780 war die Innenrenovierung vollendet. Sie taten dies trotz grosser Not und geringer Mittel mit viel Liebe und Freude. Wir dürfen hinter unseren Vorfahren nicht zurückstehen. In unserer Kirche wird nicht nur Wichtiges getan und gefeiert für jedes einzelne menschliche Leben, sondern es geschieht die alles andere überragende Tat des Menschen:

seine Hinwendung zu Gott, sein Bund mit der ewigen Liebe Gottes, die ihn hineinnimmt in das Leben mit Gott.

Glocken der Pfarrkirche

  • Glocke 1: Marienglocke, Hersteller Gebr. Kraus Heidingsfeld 1950 ca. 1100 Kg, Tonart ES
  • Glocke 2: Josefsglocke, Hersteller ist nicht überliefert Einbau 1806 ca. 700 Kg, Tonart F
  • Glocke 3: Barbaraglocke, Hersteller Gebr. Kraus Heidingsfeld 1960 ca. 600 Kg, Tonart GES
  • Glocke 4: Wendelinglocke, Hersteller Gebr. Kraus Heidingsfeld 1896 ca. 300 Kg, Tonart B
  • Glocke 5: Erzengel Michaelglocke, Hersteller Perner Passau 1989 ca. 461 Kg, Tonart AS

Wann wird geläutet?

  • Angelus-Läuten: um 6.00 Uhr morgens, um 12.00 Uhr mittags und abends zwischen 17.00 Uhr und 21.00 Uhr, je nach Jahreszeit
  • Freitags um 15.00 Uhr: Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu
  • Samstags um 14.00 Uhr: Einläuten des Sonntags (Feierabend-Läuten)
  • Läuten vor den Gottesdiensten und Andachten: Jeweils 15 Minuten und 5 Minuten vor Beginn
  • Sterbeglocke: Die kleinste Glocke wird 10 Minuten lang geläutet, wenn es die Angehörigen wünschen (Mesner/in verständigen)
  • Während der Hl. Wandlung: bei allen Eucharistiefeiern

Wann läutet welche Glocke?

  • Werktags:
    • 1. Mal zusammen läuten: 3. Glocke
    • 2. Mal zusammen läuten: 3./4./5. Glocke
  • Sonn- und Feiertags:
    • 1. Mal zusammen läuten: 2. Glocke
    • 2. Mal zusammen läuten: 2./3./4./5. Glocke
  • Hochfeste:
    • 1. Mal zusammen läuten: 1. Glocke
    • 2. Mal zusammen läuten: 1./2./3./4./5. Glocke
  • Wandlung läuten:
    • 3. Glocke an Werktagen
    • 2. Glocke an Sonn- und Feiertagen
    • 1. Glocke an Hochfesten
  • Sterbeglocke: 5. Glocke (ca. 10 Minuten)
  • Aussegnung: 2./3./4./5./ Glocke (ca. 2 Minuten)
  • Beerdigung:
    • 1. Mal zusammen läuten: 2. Glocke
    • 2. Mal zusammen läuten: 2./3./4./5. Glocke (auch zum Friedhofsgang)
  • Hausgottesdienst: 2./3./4./5. Glocke (ca. 5 Minuten)